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Retail Impact Initiative: warum REWE, Lidl und Aldi jetzt gemeinsam EcoVadis anfordern

Aldi, Lidl und REWE fordern EcoVadis-Bewertungen über eine gemeinsame Initiative an. Was die Retail Impact Initiative für Lebensmittelhersteller bedeutet: Freigabe, Fristen, Kosten.

Tim Keiler
Tim Keiler 8 Min. Lesezeit

„Wir haben von Lidl eine EcoVadis-Anfrage bekommen. Darin steht etwas von Retail Impact Initiative, und wenn wir zustimmen, sehen unsere Bewertung auch Aldi und REWE. Ist das normal?“ Mit dieser Frage kommen Lebensmittelhersteller derzeit zu uns.

Ja, genau so ist die Initiative gebaut. Die Retail Impact Initiative (RII) ist eine Sektorinitiative von ALDI Nord, ALDI SÜD, Lidl, REWE und Gebr. Heinemann auf der Plattform von EcoVadis. Alle Mitglieder fordern die Nachhaltigkeitsbewertung ihrer Lieferanten über EcoVadis an, und wer einer Anfrage zustimmt, teilt seine Scorecard mit allen heutigen und künftigen Mitgliedern. Eine Bewertung für mehrere Abnehmer. Und damit auch ein Ergebnis, das alle sehen.

Redaktionsstand dieses Beitrags ist September 2026. Die Initiative nimmt weitere Händler auf, die Mitgliederliste kann sich also ändern.

Warum der Lebensmittelhandel überhaupt EcoVadis verlangt und wo Food-Lieferanten in der Bewertung allgemein punkten, haben wir in EcoVadis für Lebensmittel-Lieferanten beschrieben. Hier geht es um die RII selbst und darum, was sie an Ihrer nächsten Bewertung ändert.

Was ist die Retail Impact Initiative?

Gegründet wurde die RII 2024 von der ALDI SÜD Gruppe, Lidl International, der REWE Group und dem Hamburger Travel-Retail-Händler Gebr. Heinemann. Öffentlich angekündigt haben fünf Händler ihre Zusammenarbeit am 2. Juni 2026 gemeinsam mit EcoVadis, neben den Gründern auch die ALDI Nord Gruppe. Die Governance-Seite der Initiative führt heute alle fünf als Mitgründer. Edeka und Kaufland stehen, Stand September 2026, nicht auf der Mitgliederliste.

Das Warum benennt EcoVadis selbst: mehr Nachhaltigkeit in der Lieferkette des Handels durch geteilte Praxis und abgestimmte Standards, ein gemeinsames Verständnis in der Branche und mehr Effizienz. Ein Schwerpunkt liegt außerdem auf der Einhaltung von Vorgaben wie der europäischen Lieferkettenrichtlinie CSDDD, also Menschenrechte und Umwelt entlang der Wertschöpfungskette.

EcoVadis ist dabei mehr als der Plattformanbieter. Das Unternehmen führt die Koordinationsstelle der Initiative. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, besprechen die Auswertungen über ihre Lieferketten hinweg und planen Schulungsangebote für Lieferanten, nach Angaben von EcoVadis im Rahmen des Kartellrechts.

Den Kern fasst EcoVadis in einem Satz zusammen: Alle RII-Mitglieder fordern die Nachhaltigkeitsbewertung ihrer Lieferanten auf der EcoVadis-Plattform an. Die Pressemitteilung zum Start beschreibt die Initiative als freiwilligen Rahmen („voluntary framework“) für die Bewertung von Lieferanten. Eine gesetzliche Pflicht ist die Bewertung damit nicht. Ob sie für Sie Bedingung für die Listung ist, entscheidet Ihr Kunde im Einkauf, nicht die Initiative. Wir raten, eine RII-Anfrage so zu behandeln, als wäre sie es.

Was passiert, wenn die Anfrage kommt?

Die Mitglieder laden ihre Lieferanten über die Plattform für Sektorinitiativen in den Bewertungsprozess von EcoVadis ein. Wer noch keine Bewertung hat, registriert sich über den Link in der Einladung. Nutzen Sie genau diesen Link: Er sorgt laut EcoVadis dafür, dass der anfragende Händler Ihren Fortschritt sieht und das Ergebnis nach Abschluss automatisch erhält. Wer bereits eine gültige Scorecard hat, bekommt stattdessen einen Freigabewunsch. Gültig ist eine Scorecard zwölf Monate ab Veröffentlichung.

An dieser Stelle unterscheidet sich die RII von einer gewöhnlichen Kundenanfrage. Jede Sektorinitiative legt selbst fest, ob Lieferanten ihre Scorecard selektiv oder nur an alle Mitglieder freigeben. Für die RII schreibt EcoVadis: Wer die Anfrage annimmt, stimmt zu, sein Rating mit allen heutigen und künftigen Mitgliedern zu teilen. Beliefern Sie nur Lidl, sehen Ihr Ergebnis damit trotzdem auch REWE, beide Aldi-Gruppen und Gebr. Heinemann, außerdem jeder Händler, der künftig beitritt.

Vertraulich bleibt dagegen, wer mit wem Geschäfte macht. EcoVadis behandelt die Beziehung zwischen Lieferant und anfragendem Mitglied strikt vertraulich. Ausgewertet werden die Scorecards in einem gemeinsamen Dashboard, das Risiken und Prioritäten zeigt, ohne offenzulegen, welcher Händler mit welchem Lieferanten arbeitet.

Zwei Regeln aus dem allgemeinen Freigabeprozess sollten Sie kennen. Ein Freigabewunsch gilt als angenommen, wenn Sie nicht innerhalb von sieben Kalendertagen ablehnen. Nach der Annahme bleiben 30 Tage, um die Freigabe über den Support von EcoVadis zurückzuziehen. Die Partner sehen danach unter anderem Scorecard, Stärken und Verbesserungsbereiche, Befunde aus dem 360°-Watch und Ihren Korrekturmaßnahmenplan. Nicht geteilt wird der Abschnitt mit den Score-Details, also die Aufschlüsselung nach Themen und Indikatoren.

Eine Scorecard für alle, auch eine schwache

Für die meisten Lieferanten ist das Prinzip eine Entlastung. Eine Bewertung bedient mehrere Händler, und alle fragen nach demselben Maßstab. Dazu kommen Webinare und Schulungen, die EcoVadis bei Sektorinitiativen nach eigenen Angaben ohne zusätzliche Kosten anbietet.

Die Kehrseite ist ebenso klar: Eine schwache Scorecard sehen ebenfalls alle. Die sieben Tage bis zur automatischen Freigabe helfen da wenig. Ein Nein beantwortet die Anfrage Ihres Kunden nicht, es verschiebt sie nur. Wirksamer ist eine Regel, die EcoVadis als Vorteil der Sektorinitiativen nennt: Fordert ein Mitglied einen Verbesserungsplan an, erkennen die anderen Mitglieder das Ergebnis an. Wer mit einer mittelmäßigen Bewertung startet und sichtbar nachlegt, tut das also einmal für alle Abnehmer.

Frist, Dauer und Kosten der Bewertung

Für das Ausfüllen des Fragebogens setzt EcoVadis standardmäßig 30 Arbeitstage an. In den meisten Fällen können Sie die Frist direkt im Fragebogen selbst verlängern, um insgesamt bis zu 60 Arbeitstage. Die Verlängerung muss vor Ablauf passieren, sonst wird der Fragebogen geschlossen. Und der anfragende Händler kann die Selbstverlängerung in seinen Einstellungen ausschließen, dann bleibt nur der Weg über ihn oder den EcoVadis-Support.

Von der Einladung bis zur fertigen Scorecard rechnet EcoVadis bei einer regulären Bewertungskampagne mit etwa 12 bis 16 Wochen. Weil die Scorecard nur zwölf Monate gilt, ist die RII kein einmaliges Projekt. Mit der ersten Anfrage beginnt ein Jahresrhythmus.

Die Bewertung selbst ist ein kostenpflichtiger Dienst. Nach der Registrierung wählt der bewertete Betrieb ein Abo, das jährlich läuft. Die Gebühr richtet sich laut EcoVadis nach Unternehmensgröße, Abomodell und Standort, eine feste Preisliste gibt es nicht. Eine Schätzung liefert das Preistool auf der EcoVadis-Website nach Eingabe von Größe und Land, alle Preise ohne Umsatzsteuer. Wer frisch auf die Plattform eingeladen wurde, kann unter Umständen eine kostenfreie Phase nutzen: bis zu sechs Wochen Zugang zum Fragebogen, das Abo wird erst mit der Einreichung fällig.

Bei der Abowahl lohnt ein Blick auf die Freigaberegeln. RII-Anfragen laufen über die Plattform. Mit Kunden außerhalb des EcoVadis-Netzwerks teilen, per E-Mail-Einladung oder als PDF, können aber nur Premium-, Corporate- und Select-Kunden. Wer neben dem Handel auch Markenhersteller oder Großverbraucher beliefert, die nicht auf der Plattform sind, sollte das von Anfang an mitdenken.

Die Gebühr ist selten der große Posten. Mehr kostet die Zeit, die Ihr Team in Nachweise steckt. Wie sich das aufteilt, steht in Was kostet EcoVadis?.

Wo Lebensmittelhersteller Punkte liegen lassen

EcoVadis hat 2021 die Ergebnisse von mehr als 46.000 bewerteten Unternehmen aus den Jahren 2016 bis 2020 ausgewertet. Die Lebensmittel- und Getränkebranche erreichte im Umweltthema mit 52,5 Punkten den höchsten Durchschnitt aller Branchen. Ihr schwächstes Thema war die Nachhaltige Beschaffung, dort war der Schnitt drei Jahre in Folge gesunken, auf 39,9 Punkte im Jahr 2020. Die Zahlen sind nicht mehr frisch, das Muster begegnet uns in Projekten aber weiterhin.

Nachhaltige Beschaffung. Rohwarenherkunft und Lieferantenaudits sind in der Food-Kette gelebter Alltag. EcoVadis rechnet aber nur an, was belegt ist, etwa als Richtlinie, Risikoanalyse oder Kennzahl. Als Kennzahl zählen in diesem Thema auch die vorgelagerten Scope-3-Emissionen, etwa aus eingekauften Rohwaren. Wer Kakao, Kaffee, Soja oder Palmöl verarbeitet, fällt als großes oder mittleres Unternehmen ab dem 30. Dezember 2026 unter die EU-Entwaldungsverordnung. Die volle Sorgfaltspflicht trägt, wer die Ware als Erster in der EU in Verkehr bringt, für die Weiterverarbeitung gelten seit der Änderung vom Dezember 2025 deutlich schlankere Pflichten. Die Herkunftsnachweise, die dabei entstehen, können Sie in der Beschaffung gleich mit einreichen.

Umwelt. Hier ist die Branche im Schnitt stark, und trotzdem gehen Punkte an formalen Hürden verloren. Treibhausgas- und Energiedaten rechnet EcoVadis nur an, wenn sie mindestens 95 Prozent des bewerteten Unternehmensumfangs abdecken. Eine Bilanz, in der ein größerer Standort fehlt, zählt dann nicht. Für die Höchstwertung im Reporting erwartet EcoVadis Kennzahlen über drei aufeinanderfolgende Jahre in einem Dokument.

Wie stark jedes Thema in Ihre Gesamtnote eingeht, legt EcoVadis je nach Branche, Größe und Risikoprofil fest. Die Gewichtung steht in Ihrer Scorecard.

Und das Klimaziel? Wie die RII zu den SBTi-Vorgaben passt

EcoVadis ist nicht die einzige Anforderung derselben Händler. Parallel laufen Vorgaben zu Klimazielen nach der Science Based Targets initiative (SBTi), und die unterscheiden sich je Händler.

Lidl hat seine größten Lieferanten, die für 75 Prozent der produktbezogenen Scope-3-Emissionen verantwortlich sind, zu Reduktionszielen nach SBTi bis 2026 verpflichtet. REWE fordert seit 2025 alle Eigenmarkenlieferanten zu einem SBTi-Commitment auf und berücksichtigt es ab 2026 als Auswahlkriterium in der Beschaffung. Ende 2025 hatten laut REWE 226 Lieferanten ein Commitment abgegeben oder eine Validierung erreicht, zusammen verantwortlich für 52,3 Prozent der produktbezogenen Eigenmarkenemissionen. Aldi Nord hatte seine strategisch wichtigsten Lieferanten verpflichtet, bis 2024 wissenschaftsbasierte Klimaziele zu verabschieden. Eine veröffentlichte Nachfolgeregel gibt es bei Aldi, Stand September 2026, nicht. Abgefragt wird trotzdem: Aldi Süd befragt seit 2021 jährlich seine strategischen Lieferanten aus emissionsintensiven Warengruppen, etwa tierischen Lebensmitteln, zu Klimazielen und Maßnahmen.

Wer als Lebensmittelhersteller den regulären SBTi-Weg geht, braucht in der Regel zusätzlich ein eigenes Ziel für Emissionen aus Landwirtschaft und Landnutzung, FLAG genannt. Was das konkret bedeutet, steht in Händler fordert ein SBTi-Ziel. Wann der vereinfachte Weg für KMU offensteht und was die Validierung kostet, steht in SBTi für den Mittelstand.

Beide Anforderungen ziehen aus derselben Treibhausgasbilanz. Ein Klimaziel mit Basisjahr, Zieljahr und Zielwert zählt bei EcoVadis im Umweltthema als messbares Ziel, ein von der SBTi validiertes kann zusätzlich als Unterstützung einer externen Initiative angerechnet werden. Wer Bewertung und Klimaziel getrennt angeht, erhebt dieselben Daten zweimal. Wie wir beides für Lebensmittelhersteller zusammenführen, beschreibt unsere Seite zur EcoVadis-Beratung für die Lebensmittelindustrie.

Was Sie bei einer RII-Anfrage zuerst klären

Zuerst die Frist. Sehen Sie im Fragebogen nach, ob sich die Selbstverlängerung nutzen lässt, und verlängern Sie früh statt am letzten Tag.

Dann den Stand Ihrer Scorecard. Ist sie älter als zwölf Monate, steht ohnehin eine neue Bewertung an. Ist sie gültig, aber schwach, geht es in den sieben Tagen nicht um Ja oder Nein. Es geht darum, was Sie Ihrem Kunden parallel zeigen: den Korrekturmaßnahmenplan und den Zeitplan für die nächste Bewertung.

Und planen Sie die Bewertung nicht isoliert. Dieselben Energie- und Einkaufsdaten brauchen Sie für ein Klimaziel nach SBTi, sofern Ihr Abnehmer es verlangt, und für CO₂-Daten je Artikel, die immer öfter abgefragt werden. Einmal sauber erhoben, bedienen sie alle drei Anfragen.

Wenn die RII-Anfrage schon im Postfach liegt

Wir ordnen ein, was die Anfrage für Sie bedeutet: ob Ihre bestehende Scorecard trägt, wie viel Zeit die Frist realistisch lässt und welche Nachweise zuerst fehlen. Im 15-minütigen Erstgespräch klären wir das am konkreten Fall. Lieber schriftlich? Dann schauen wir uns im Potenzialcheck Ihre Ausgangslage an und schicken Ihnen eine Ersteinschätzung. Beides kostet weniger als eine schwache Scorecard, die zwölf Monate lang alle Händler der Initiative sehen.

Tim Keiler

Geschrieben von

Tim Keiler

Geschäftsführer

Häufige Fragen

Was ist die Retail Impact Initiative (RII)?

Die Retail Impact Initiative ist eine Sektorinitiative des Handels auf der Plattform von EcoVadis. Gegründet wurde sie 2024 von der ALDI SÜD Gruppe, Lidl International, der REWE Group und Gebr. Heinemann, öffentlich gestartet ist sie am 2. Juni 2026. Die Governance-Seite der Initiative führt fünf Mitglieder, neben den Gründern auch die ALDI Nord Gruppe. Alle Mitglieder fordern die Nachhaltigkeitsbewertung ihrer Lieferanten über EcoVadis an, die Ergebnisse fließen in einen gemeinsamen Pool. Die Pressemitteilung zum Start nennt die Initiative einen freiwilligen Rahmen für die Bewertung von Lieferanten, eine gesetzliche Pflicht steht also nicht dahinter. Ob die Bewertung Bedingung für die Listung ist, entscheidet der jeweilige Händler im Einkauf. Für den Lieferanten heißt das: eine Bewertung, die mehrere Händler zugleich sehen.

Sehen alle RII-Händler meine EcoVadis-Scorecard, wenn ich einer Anfrage zustimme?

Ja. Wer die Anfrage eines RII-Mitglieds annimmt, stimmt laut EcoVadis zu, sein Rating mit allen heutigen und künftigen Mitgliedern der Initiative zu teilen. Eine Freigabe nur für den eigenen Kunden ist in der RII nicht vorgesehen. Vertraulich bleibt, welcher Händler die Anfrage gestellt hat. Nach den allgemeinen Regeln von EcoVadis gilt ein Freigabewunsch als angenommen, wenn Sie nicht innerhalb von sieben Kalendertagen ablehnen. Die Partner sehen unter anderem Scorecard, Stärken, Verbesserungsbereiche und den Korrekturmaßnahmenplan. Nicht geteilt wird der Abschnitt mit den Score-Details, also die Aufschlüsselung nach Themen und Indikatoren.

Was kostet die EcoVadis-Bewertung, wenn ein RII-Händler sie anfordert?

Die Bewertung ist ein kostenpflichtiger Dienst von EcoVadis. Der bewertete Betrieb wählt nach der Registrierung ein Abo, das jährlich läuft. Die Gebühr richtet sich laut EcoVadis nach Unternehmensgröße, Abomodell und Standort, eine feste Preisliste gibt es nicht. Eine Schätzung liefert das Preistool auf der EcoVadis-Website nach Eingabe von Größe und Land, alle Preise ohne Umsatzsteuer. Für die Abowahl wichtig: Die Scorecard als PDF herunterladen und außerhalb der Plattform weitergeben können nur Premium-, Corporate- und Select-Kunden, Basic-Kunden nicht. Der größere Posten ist in der Praxis ohnehin die interne Zeit für Nachweise, nicht die Gebühr.

Wie viel Zeit habe ich nach einer EcoVadis-Anfrage über die RII?

Für das Ausfüllen des Fragebogens setzt EcoVadis standardmäßig 30 Arbeitstage an. In den meisten Fällen können Sie die Frist selbst im Fragebogen um insgesamt bis zu 60 Arbeitstage verlängern, sofern der anfragende Händler das in seinen Einstellungen nicht ausgeschlossen hat. Verlängert werden muss vor Ablauf, sonst wird der Fragebogen geschlossen. Von der Einladung bis zur fertigen Scorecard rechnet EcoVadis bei einer regulären Bewertungskampagne mit etwa 12 bis 16 Wochen. Die Scorecard gilt dann zwölf Monate ab Veröffentlichung, danach steht die nächste Bewertung an.

Verlangen Aldi, Lidl und REWE neben EcoVadis auch ein Klimaziel nach SBTi?

Lidl und REWE ja, mit unterschiedlichen Regeln. Lidl hat seine größten Lieferanten, die für 75 Prozent der produktbezogenen Scope-3-Emissionen verantwortlich sind, zu Reduktionszielen nach SBTi bis 2026 verpflichtet. REWE fordert seit 2025 alle Eigenmarkenlieferanten zu einem SBTi-Commitment auf und berücksichtigt es ab 2026 als Auswahlkriterium in der Beschaffung. Aldi Nord hatte seine strategisch wichtigsten Lieferanten verpflichtet, bis 2024 wissenschaftsbasierte Klimaziele zu verabschieden. Eine veröffentlichte Nachfolgeregel gibt es bei Aldi, Stand September 2026, nicht. Aldi Süd befragt aber seine strategischen Lieferanten aus emissionsintensiven Warengruppen jährlich zu Klimazielen und Maßnahmen. Bei EcoVadis zählt ein solches Ziel im Umweltthema als messbares Ziel, ein von der SBTi validiertes kann zusätzlich als Unterstützung einer externen Initiative angerechnet werden.

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