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EcoVadis für Lebensmittel-Lieferanten: was der Handel von Zulieferern erwartet

Der Lebensmittelhandel fordert von Zulieferern zunehmend EcoVadis-Bewertungen. Worauf es ankommt, und wo Food-Lieferanten in der Bewertung punkten oder unnötig Punkte verlieren.

Tim Keiler
Tim Keiler 6 Min. Lesezeit

Wer den Lebensmitteleinzelhandel beliefert, kennt den Mechanismus: Große Handelsketten setzen Nachhaltigkeitsanforderungen und reichen sie an ihre Lieferanten durch, häufig über eine EcoVadis-Bewertung. Für Hersteller, Verarbeiter und Verpacker in der Food-Kette wird das Rating damit zur Listungsvoraussetzung. Was der Handel erwartet und wo die Branche steht.

Warum gerade der Handel so konsequent fordert

Lebensmittelketten stehen unter besonderer öffentlicher und regulatorischer Beobachtung: bei Lieferketten, Verpackung, Tierwohl, Klima. Ihre eigenen Nachhaltigkeitsversprechen können sie nur halten, wenn die Lieferanten mitziehen. EcoVadis ist für den Handel das skalierbare Werkzeug, um tausende Lieferanten vergleichbar zu bewerten. Für den Zulieferer heißt das: ohne Bewertung droht im Zweifel die Auslistung.

Wo Lebensmittel-Zulieferer punkten

Die Branche bringt für mehrere Themenfelder gute Substanz mit, sie ist nur selten EcoVadis-gerecht aufbereitet:

  • Lebensmittelsicherheit und Qualität (IFS, BRCGS, ISO 22000): etablierte, dokumentierte Systeme, die sich teilweise auf Management- und Umweltanforderungen übertragen lassen.
  • Hohe Prozessdisziplin und Hygiene: zahlt auf Arbeitsschutz und Managementsysteme ein.
  • Bestehende Lieferanten-Audits: Wer Rohstoffe einkauft und Lieferanten prüft, hat im Feld „Nachhaltige Beschaffung” einen Vorsprung. Gerade hier entscheidet sich oft Bronze gegen Silber.

Welche dieser Felder in der Food-Branche am schwersten wiegen, hängt von der EcoVadis-Branchengewichtung ab: Nachhaltige Beschaffung und Umwelt tragen hier überdurchschnittlich viel.

Wo die Branche typischerweise verliert

  • Verpackung und Abfall nur als Maßnahme, nicht als messbares Ziel mit Kennzahl dargestellt.
  • Energie- und Emissionsdaten (Kühlung, Produktion) ohne saubere Bilanzierungsmethodik, ein häufiger Punktverlust im Umweltfeld.
  • Lieferketten-Risiken (Rohstoffherkunft, faire Beschaffung) gelebt, aber nicht als Richtlinie + Risikoanalyse dokumentiert.
  • Food-Zertifikate nicht „übersetzt”: Ein IFS-Zertifikat punktet nicht automatisch: es muss der passenden EcoVadis-Anforderung zugeordnet und belegt werden.

Die Logik dahinter (belegbare Nachweise statt Behauptungen) gilt branchenübergreifend; wir haben sie in „EcoVadis-Score verbessern” im Detail beschrieben.

Regulatorischer Rückenwind (und Druck)

Für Food-Lieferanten kommen Themen wie die EU-Entwaldungsverordnung (Rohstoffe wie Kakao, Kaffee, Soja, Palmöl) und Verpackungsregulierung hinzu: Anforderungen, die ohnehin bearbeitet werden müssen und sich mit der EcoVadis-Vorbereitung bündeln lassen. Was die EUDR konkret verlangt, haben wir hier eingeordnet. Wer beides zusammen denkt, spart doppelte Arbeit.

Fazit für die Food-Kette

Lebensmittel-Zulieferer unterschätzen oft, wie viel ihrer vorhandenen Qualitäts- und Sicherheitssubstanz direkt in EcoVadis-Punkte übersetzbar ist. Die Kunst liegt nicht im „mehr tun”, sondern im richtigen Zuordnen und Belegen, und darin, die regulatorischen Pflichten gleich mitzunehmen.

Sie beliefern den Handel und stehen vor einer EcoVadis-Anforderung? Speziell für die Lebensmittelbranche haben wir unser Vorgehen unter EcoVadis-Beratung für die Lebensmittelindustrie zusammengefasst. In der kostenlosen Erstberatung zeigen wir Ihnen, welche Ihrer bestehenden Zertifikate und Prozesse die meisten Punkte bringen, und wie Sie eine drohende Auslistung sicher abwenden.

Tim Keiler

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Tim Keiler

Geschäftsführer

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