SBTi Klimaziele Mittelstand

SBTi für den Mittelstand: wann sich ein validiertes Klimaziel lohnt

Wann SBTi-Klimaziele für Mittelständler sinnvoll sind, was der vereinfachte KMU-Weg vom regulären unterscheidet, welche Fristen gelten und was die Validierung wirklich kostet.

Tim Keiler
Tim Keiler 8 Min. Lesezeit

„Verfügt Ihr Unternehmen über ein von der Science Based Targets initiative validiertes Klimaziel?“ Daneben drei Kästchen: ja, nein, geplant bis. Der Satz steht inzwischen regelmäßig in Lieferantenfragebögen, meist irgendwo zwischen der Frage nach der CO₂-Bilanz und der nach der Menschenrechtspolitik.

In der Erstberatung klingt das dann so: Wir haben „geplant bis 2027“ angekreuzt, weil nein schlecht aussah. Was müssen wir jetzt eigentlich tun?

Die Antwort hat zwei Teile. Es gibt zwei sehr unterschiedliche Wege, und welcher für Sie offensteht, entscheiden harte Schwellenwerte, nicht der gute Wille. Und für einen guten Teil der Mittelständler, die uns das fragen, ist ein validiertes Klimaziel nicht der nächste Schritt, sondern der übernächste.

Redaktionsstand dieses Textes ist der August 2026. Wir beschreiben die Regeln der derzeit gültigen Version 1 des Corporate Net-Zero Standard. Die Fassung 2.0 ist zwar veröffentlicht, tritt aber erst am 1. Februar 2027 in Kraft, und mehrere Begleitdokumente dazu, darunter die Renewal Policy und die Claims Policy, sind noch nicht final.

Was validiert wird, und was ausdrücklich nicht

Die SBTi setzt die Standards. Geprüft wird von SBTi Services Limited, einer eigenen Gesellschaft im hundertprozentigen Besitz der Initiative. Für Ihre Erwartungshaltung ist ein Satz aus den Kriterien der Fassung 2.0 wichtiger als jede Broschüre: Weder die SBTi noch eine von ihr anerkannte Validierungsstelle prüft Ihre Emissionsdaten selbst nach. Die Verantwortung für Richtigkeit und Vollständigkeit bleibt bei Ihnen.

Geprüft wird also, ob Ihr Ziel den Regeln entspricht. Basisjahr, Zieljahr, Abdeckung, Ambitionsniveau, Methodik. Ein validiertes Ziel ist ein geprüftes Versprechen über eine Richtung, kein Testat über einen Bestand. Wer das durcheinanderbringt, verkauft dem Einkauf des Kunden etwas, das er nicht geliefert hat.

Im Januar 2026 hat die SBTi gemeldet, dass 10.000 Unternehmen ein validiertes Ziel haben. Das erste war 2015 dabei, das tausendste 2021.

Der reguläre Weg: 24 Monate, und die Uhr läuft ab Tag eins

Auf dem regulären Unternehmensweg können Sie sich zunächst öffentlich verpflichten. Ab diesem Tag haben Sie 24 Monate, um Ziele zu entwickeln und über das Validierungsportal einzureichen. Die Frist endet am letzten Tag desselben Monats zwei Jahre später, eine Verpflichtung vom 20. Juli läuft also bis zum 31. Juli.

Was passiert, wenn die Frist verstreicht, wird selten mitgelesen: Die Verpflichtung wird entfernt und dieser Status öffentlich im Target Dashboard ausgewiesen. Wer sie hat verfallen lassen, darf sich nicht noch einmal zur selben Zielart verpflichten. Einreichen darf man weiter, das schon. Aber aus dem freundlichen „wir haben uns verpflichtet“ auf der Website wird etwas Unangenehmeres. Deshalb raten wir davon ab, sich zu verpflichten, bevor die Treibhausgasbilanz steht.

Inhaltlich gilt auf diesem Weg: Basisjahr frühestens 2015, Nahziele über mindestens fünf und höchstens zehn Jahre ab Einreichung, wobei ein Zieljahr 2030 empfohlen wird und von der Fünf-bis-zehn-Jahres-Regel befreit. Dann der Punkt, an dem es für viele Mittelständler unangenehm wird. Liegen die relevanten Scope-3-Emissionen bei 40 Prozent oder mehr der Summe aus Scope 1, 2 und 3, brauchen Sie Scope-3-Ziele, die zusammen mindestens 67 Prozent Ihrer gesamten Scope-3-Emissionen abdecken, einschließlich der Kategorien, die Sie aus der Bilanz ausgeschlossen haben. Den Nenner kleinzurechnen, indem man unbequeme Kategorien herausnimmt, funktioniert also nicht. Das müssen aber nicht ausschließlich Reduktionsziele sein. Auch Ziele zur Lieferanten- oder Kundeneinbindung zählen auf die 67 Prozent ein, sofern die einbezogenen Partner selbst wissenschaftsbasierte Ziele setzen und das Ziel binnen fünf Jahren erfüllt ist. Für Händler, Montagebetriebe und materialintensive Hersteller ist das oft der einzige praktikable Weg, denn die 40 Prozent reißen sie ohnehin fast immer.

Der KMU-Weg: kein Commitment, vorgegebene Optionen

Der vereinfachte Weg beginnt ohne Verpflichtungsphase. Sie setzen direkt Ziele und reichen ein, die 24-Monats-Falle gibt es hier gar nicht.

Auf diesen Weg kommen Sie, wenn Ihre Emissionen in Scope 1 und standortbezogenem Scope 2 unter 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalent liegen, Sie kein Finanzinstitut und kein Öl- und Gasunternehmen sind, keine sektorspezifischen Kriterien anwenden müssen und nicht Tochter einer Mutter sind, die selbst den regulären Weg gehen muss. Dazu müssen drei von vier Merkmalen zutreffen: unter 250 Beschäftigte, Umsatz unter 50 Millionen Euro, Bilanzsumme unter 25 Millionen Euro, kein verpflichtender FLAG-Sektor. Bei der Registrierung reichen Sie Jahresabschlüsse ein, die SBTi prüft das nach.

Der Rest ist bewusst schmal gehalten. Es gibt nur absolute Reduktionsziele, keinen sektoralen Dekarbonisierungsansatz. Als Mindestambition rechnet die SBTi 4,2 Prozent mal der Zahl der Jahre zwischen Basisjahr und Zieljahr, verbindlich ist am Ende das, was das offizielle Rechentool für Ihre Konstellation ausgibt. Bis zu fünf Prozent der kombinierten Scope-1- und Scope-2-Emissionen dürfen Sie begründet aus der Bilanz ausschließen. CO₂-Zertifikate zählen nicht als Reduktion, sie kommen erst beim Neutralisieren von Restemissionen im Netto-Null-Ziel ins Spiel.

Ein Scope-3-Ziel müssen Sie nicht setzen. Sie sagen aber zu, Scope 3 zu messen und zu reduzieren, und Sie müssen Scope 1, 2 und 3 samt Fortschritt jährlich öffentlich ausweisen. Wer den KMU-Weg für die Variante ohne Scope 3 hält, wird ein Jahr später überrascht. Wie man sich diesen Zahlen sinnvoll nähert, ohne im ersten Anlauf alle 15 Kategorien zu erschlagen, haben wir im Text zu CO₂-Bilanz und Nachhaltigkeitsbericht beschrieben.

Zur Dauer: Für den regulären Unternehmensweg sagt SBTi Services ein Ergebnis innerhalb von 40 Arbeitstagen ab Servicebeginn zu. Für den KMU-Weg gibt es keine zugesagte Frist, die SBTi nennt in ihren FAQ rund 60 Arbeitstage von der Einreichung bis zur Veröffentlichung als typischen Wert. Rechnen Sie die Vorarbeit dazu, dann planen Sie besser mit einem Halbjahr.

Was das kostet

Die Preisliste der Prüfstelle ist öffentlich, gestaffelt nach Umsatz, und wird in US-Dollar fakturiert. Für KMU unter 5 Millionen Euro Jahresumsatz kostet die Validierung eines Nahziels 1.250 US-Dollar, das Netto-Null-Ziel ebenfalls 1.250, beides zusammen 2.500. Ab 5 Millionen Euro Umsatz sind es 2.000 beziehungsweise 3.500 US-Dollar.

Auf dem regulären Weg beginnt es bei 13.000 US-Dollar für ein Nahziel, 11.000 für das Netto-Null-Ziel und 17.000 für das Paket, jeweils in der untersten Stufe bis 250 Millionen Euro Umsatz. Eine spätere Aktualisierung ist mit 5.500 US-Dollar deutlich günstiger.

Diese Gebühr ist der kleinste Posten. Der Aufwand steckt in der Datenerhebung, in der Bilanz und in der Frage, ob Ihr Ziel überhaupt erreichbar ist, wenn Sie es einmal veröffentlicht haben. Wie bei der Frage, was EcoVadis kostet, führt die Fixierung auf die Gebühr zu falschen Budgets. Ob sich Leistungen dieser Art fördern lassen, ist eine Prüfung im Einzelfall, dazu haben wir die Fördermöglichkeiten rund um BAFA getrennt aufgeschrieben.

Was sich ab Februar 2027 ändert

Am 11. Juni 2026 hat die SBTi den Corporate Net-Zero Standard in der Fassung 2.0 veröffentlicht. Er tritt zum 1. Februar 2027 in Kraft. Wie lange danach noch nach Version 1.3.1 eingereicht werden kann, beschreibt die SBTi uneinheitlich: Die Übersichtsseite zur Version 2.0 nennt den 31. Januar 2028, der Standardtext selbst schreibt, Version 1 bleibe bis Ende 2027 für die Zielsetzung offen. Wer den alten Weg noch nutzen will, plant deshalb besser mit Ende 2027. Bereits validierte Ziele bleiben über ihren Zyklus gültig, vorbehaltlich der Fünf-Jahres-Überprüfung.

Die wichtigste Änderung für den Mittelstand ist die neue Einteilung in zwei Kategorien. In Kategorie A fällt jedes Unternehmen mit mindestens 450 Millionen Euro Nettoumsatz oder 1.000 Vollzeitäquivalenten. In Ländern mit hohem Einkommen, also auch in Deutschland, genügt zusätzlich schon eines davon: Scope 1 und 2 zusammen ab 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalent, oder zwei der drei Merkmale Bilanzsumme ab 25 Millionen Euro, Umsatz ab 50 Millionen Euro, 250 Vollzeitäquivalente oder mehr. Alles andere ist Kategorie B.

Für Kategorie A treten an die Stelle der 40- und 67-Prozent-Regeln neue Vorgaben. Nahziele decken dann alle Scope-3-Kategorien ab, die einzeln 5 Prozent oder mehr der Scope-3-Emissionen ausmachen.

Kategorie B muss nur Scope 1 und 2 bilanzieren und setzt dafür getrennte Ziele. Es fallen weg: die Veröffentlichung des Transformationsplans, die Prüfung der Basisjahrdaten durch Dritte, Scope-3-Ziele. Erstellen und pflegen müssen Sie den Transformationsplan trotzdem, beschlossen vom obersten Leitungsorgan und mindestens alle fünf Jahre überprüft. Veröffentlichen muss ihn nur die Kategorie A. Nahziele laufen künftig über einen Fünfjahreszeitraum.

Legt man die Schwellen der Kategorie B neben die des heutigen KMU-Wegs, landen deutsche Betriebe außerhalb der FLAG-Sektoren an praktisch derselben Grenze. Die SBTi schreibt selbst, dass Unternehmen der Kategorie B unter dem heutigen Standard KMU-Status beantragen können. Wie der vereinfachte Weg im Detail in die neue Systematik übergeht, ist aber noch nicht vollständig geregelt, eine Renewal Policy ist für das vierte Quartal 2026 angekündigt. Wer 2027 etwas vorhat, behandelt das besser als offen.

Der Bogen zu EcoVadis

Ein validiertes Ziel ist im Umweltteil einer EcoVadis-Einreichung ein sauberer Beleg. Es liefert genau das, woran es in Fragebögen sonst hakt: eine quantifizierte Zielsetzung mit Basisjahr, Zieljahr und definierter Abdeckung, extern geprüft und öffentlich in einer Datenbank nachschlagbar. Das ist stärker als eine Absichtserklärung im Leitbild.

Wichtig bleibt die Einordnung. EcoVadis ist ein Rating, keine Zertifizierung nach einer Norm. Punkte gibt es nur für das, was belegt ist: Ihre eingereichten Nachweise, ergänzt um öffentliche Quellen, die EcoVadis über den 360° Watch auswertet. Ein validiertes Ziel hebt Ihren Score nicht automatisch, es ist ein Baustein neben Richtlinien, Maßnahmen und Ergebniskennzahlen. Was das Rating im Einzelnen abfragt, steht in was EcoVadis bewertet, und welche Hebel bei einer Nachbewertung tatsächlich Punkte bringen, im Text zum Score verbessern.

Wann SBTi nicht der erste Schritt ist

Drei Situationen, in denen wir abraten.

Ohne belastbare Treibhausgasbilanz wäre jedes Ziel geraten. Erst die Bilanz, dann die Standortbestimmung und Roadmap, dann die Frage nach dem Ziel.

Ihr Kunde hat eine Frist gesetzt, die in Wochen zählt? Ein validiertes Ziel bekommen Sie in dieser Zeit nicht, egal wie viel Geld Sie einsetzen. Hinter der Anforderung steckt ohnehin oft ein Rating und kein Klimaziel. Dann lesen Sie besser, was zu tun ist, wenn ein Großkunde EcoVadis fordert.

Und wenn Scope 1 und 2 zusammen kaum ins Gewicht fallen, weil Ihr Betrieb im Wesentlichen aus Büro und Fuhrpark besteht, steuert das Ziel am Ende nichts. Für diese Größenordnung haben wir gesammelt, worauf kleine Unternehmen sich konzentrieren sollten.

Bei Klaus Martin Hochbau-Tiefbau aus der Bauwirtschaft standen am Ende 25 Punkte mehr auf der Scorecard, ohne dass dafür ein validiertes Klimaziel nötig gewesen wäre. Der Hebel lag woanders. Was in dieser Branche punktet, steht in Bauwirtschaft und EcoVadis, unsere Arbeit dort beschreibt die Seite zu Bau und Handwerk.

Sinnvoll wird ein Klimaziel meist aus einem dieser Gründe: Ein Schlüsselkunde fragt konkret danach. Sie stehen ohnehin vor einer Berichtspflicht. Oder Sie brauchen intern einen verbindlichen Rahmen für Investitionsentscheidungen. „Sah im Fragebogen besser aus“ gehört nicht dazu.

Bevor Sie sich auf 24 Monate festlegen

Wir begleiten den Weg von der Zielsetzung bis zur Einreichung, einschließlich der Vorfrage, ob Sie den KMU-Weg überhaupt nutzen dürfen. Davor lohnt ein kurzer Realitätsabgleich.

Im 15-minütigen Erstgespräch ordnen wir ein, welcher Weg für Sie offensteht, was Ihre Datenlage hergibt und ob ein Ziel jetzt an der Reihe ist oder erst in einem Jahr. Lieber schriftlich? Dann schauen wir uns im Potenzialcheck Ihre Ausgangslage an und schicken Ihnen eine Ersteinschätzung. Beides kostet weniger Zeit als eine Verpflichtung, deren Frist Sie hinterher reißen. Unsere übrigen Leistungen finden Sie hier, Begriffe aus dem Umfeld erklärt das EcoVadis-Glossar.

Tim Keiler

Geschrieben von

Tim Keiler

Geschäftsführer

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dem regulären SBTi-Weg und dem vereinfachten Weg für KMU?

Beide Wege beschreibt die heute gültige Version 1 des Corporate Net-Zero Standard. Ab dem 1. Februar 2027 tritt die Fassung 2.0 in Kraft und ordnet die Systematik neu. Bis dahin gilt: Der KMU-Weg der Science Based Targets initiative überspringt die öffentliche Selbstverpflichtung samt 24-Monats-Frist und arbeitet mit vorgegebenen Zieloptionen statt frei wählbaren Methoden. Kleine und mittlere Unternehmen müssen dort nur Ziele für Scope 1 und Scope 2 setzen, für Scope 3 genügt die Zusage, die Emissionen zu messen und zu reduzieren. Auf dem regulären Weg gilt dagegen: Machen die relevanten Scope-3-Emissionen 40 Prozent oder mehr der Gesamtemissionen aus, brauchen Sie Scope-3-Ziele, die zusammen mindestens 67 Prozent Ihrer gesamten Scope-3-Emissionen abdecken, einschließlich der Kategorien, die Sie aus der Bilanz ausgeschlossen haben. Reine Reduktionsziele müssen das nicht sein, auch Ziele zur Lieferanten- oder Kundeneinbindung zählen darauf ein. Der KMU-Weg kennt außerdem nur absolute Reduktionsziele, keine sektorspezifischen Methoden. Beide Wege enden in derselben öffentlichen Datenbank.

Wer darf den vereinfachten SBTi-Weg für KMU nutzen?

Nach den Regeln, die im August 2026 gelten, sind Unternehmen mit weniger als 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalent in Scope 1 und standortbezogenem Scope 2 zugelassen, die weder Finanzinstitut noch Öl- und Gasunternehmen sind, keine sektorspezifischen Kriterien anwenden müssen und nicht zu einer Konzernmutter gehören, die selbst den regulären Weg gehen muss. Zusätzlich müssen drei von vier Merkmalen zutreffen: weniger als 250 Beschäftigte, Umsatz unter 50 Millionen Euro, Bilanzsumme unter 25 Millionen Euro, keine Zugehörigkeit zu einem verpflichtenden FLAG-Sektor. Die SBTi prüft das bei der Registrierung anhand eingereichter Jahresabschlüsse. Wer die Schwellen reißt, kann den regulären Weg gehen, umgekehrt dürfen KMU freiwillig auf den regulären Weg wechseln. Mit dem Corporate Net-Zero Standard 2.0, der am 1. Februar 2027 in Kraft tritt, tritt an die Stelle dieser Einteilung die Unterscheidung in Kategorie A und Kategorie B. Wie der vereinfachte Weg dort genau aufgeht, war zum Redaktionsschluss im August 2026 noch nicht abschließend geregelt.

Was kostet eine SBTi-Validierung?

Die folgenden Gebühren stammen aus der Preisliste von SBTi Services, die seit dem 5. Januar 2026 wirksam ist, Stand August 2026. Die reine Validierungsgebühr für kleine und mittlere Unternehmen liegt bei 1.250 US-Dollar für ein Nahziel, wenn der Jahresumsatz unter 5 Millionen Euro liegt, und bei 2.000 US-Dollar darüber. Nah- und Netto-Null-Ziel zusammen kosten 2.500 beziehungsweise 3.500 US-Dollar. Auf dem regulären Unternehmensweg beginnt die Preisstaffel bei 13.000 US-Dollar für ein Nahziel und 17.000 US-Dollar für das Paket aus Nah- und Netto-Null-Ziel, jeweils für Unternehmen unter 250 Millionen Euro Umsatz. Das ist ausschließlich die Gebühr der Prüfstelle: Treibhausgasbilanz, Datenerhebung und Zielrechnung kommen separat dazu und machen in der Praxis den größeren Teil des Aufwands aus.

Muss ich für ein SBTi-Ziel meine Scope-3-Emissionen berechnen?

Ohne Scope-3-Zahlen kommen Sie auf keinem der beiden Wege durch. Auf dem KMU-Weg müssen Sie zwar kein Scope-3-Ziel setzen, Sie verpflichten sich aber, Scope 3 zu messen und zu reduzieren, und Sie müssen Scope 1, 2 und 3 sowie den Fortschritt jährlich öffentlich ausweisen. Auf dem regulären Weg gilt, solange Version 1 des Standards läuft: Ein Scope-3-Ziel wird verpflichtend, sobald die relevanten Scope-3-Emissionen 40 Prozent oder mehr der Summe aus Scope 1, 2 und 3 ausmachen, was bei Händlern, Montagebetrieben und materialintensiven Herstellern fast immer der Fall ist. Die Ziele müssen dann zusammen mindestens 67 Prozent Ihrer gesamten Scope-3-Emissionen abdecken, einschließlich der Kategorien, die Sie aus der Bilanz ausgeschlossen haben. Ziele zur Lieferanten- oder Kundeneinbindung zählen dabei mit. Mit dem Corporate Net-Zero Standard 2.0, der am 1. Februar 2027 in Kraft tritt, fallen beide Schwellen weg: Unternehmen der Kategorie A decken dann alle Scope-3-Kategorien ab, die einzeln 5 Prozent oder mehr ihrer Scope-3-Emissionen ausmachen, Unternehmen der Kategorie B brauchen gar kein Scope-3-Ziel mehr.

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